Was wir wirklich wollen

Eine Liste der GfK-BedürfnisseWie eine bedürfnisorientierte Perspektive die Kommunikation verbessert – und den eigenen Handlungsspielraum

Kennen Sie das? Es gibt noch einiges zu tun – und der innere Widerstand ist groß:
„Ich muss diese Woche die Arbeiten korrigieren.“
„Ich muss diesen Monat die Steuererklärung machen.“
„Ich muss heute Abend noch einkaufen.“
Solche Sätze stimmen zwar vielleicht, weil wir diese Dinge weder verschieben noch delegieren können, aber sie belasten uns. Dann fühlen wir uns eingeengt, fühlen uns in unserer Autonomie eingeschränkt: Wir tun etwas, obwohl wir es nicht wollen – und leiden darunter.

Verantwortung bei anderen suchen

In unserem Buch „Zweierteams. So gelingt Jobsharing und das Arbeiten zu zweit“ gehen wir den Faktoren nach, die die Zusammenarbeit gelingen lassen – oder eben scheitern.
Ein Stolperstein ist oft, die Verantwortung beim anderen zu verorten:
Ich würde ja X, aber weil du Y willst, muss ich jetzt auch Y machen.“
Auf Dauer führt diese Perspektive nicht nur zu eigener Unzufriedenheit, sondern sie vergiftet, selbst wenn sie nicht ausgesprochen wird, die Kommunikation. Der innere Druck baut sich zu Vorwürfen auf, was sich wiederum auf die Verbindung im Team auswirkt.

Die Verantwortung zurück zu sich nehmen

Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen ist eine zentrale Voraussetzung, um den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern, aber auch, um konstruktiv zu kommunizieren. Oft verschieben wir die Verantwortung für unangenehme Aufgaben an eine andere Autorität. Aber was wäre, wenn wir eine eigene Motivation finden, warum wir etwas tun, wenn wir eine Antwort auf die Frage finden, warum wir etwas tun, eine Antwort, die ganz bei uns liegt?

Wenn wir etwas tun, wofür wir innerlich vorerst kein Ja spüren, hilft ein Blick auf unsere Bedürfnisse (so, wie sie in der Gewaltfreien Kommunikation verstanden werden, nicht im Marketing). Beispiel:

  • Mache ich die Steuererklärung, weil „der Staat so böse ist“ –
    oder weil ich mir damit das Bedürfnis nach Selbstbestimmung als Selbständige erfülle?
  • Gehe ich einkaufen, weil „es sonst keiner macht“ –
    oder weil ich damit für mich bzw. meine Familie gut sorgen möchte?
  • Korrigiere ich Arbeiten, weil „die Institution es verlangt“ –
    oder weil ich damit zum Lernen und Wachstum der Schüler:innen oder Studierenden beitrage? Oder weil ich für mich für Struktur sorge, wenn ich den Punkt auf meiner Agenda abhaken kann?

Finden wir eine innere Motivation, fühlt sich die Sache gleich ganz anders an. Die Verantwortung liegt bei uns. Wir entscheiden. Oft ist uns das aber nicht klar. Es lohnt sich daher, dem etwas genauer nachzugehen.

Bedürfnisse klären – Verbindung stärken

In unserem Buch widmen wir ein ganzes Kapitel dem Thema Bedürfnisse.
Denn wer weiß, was er oder sie wirklich braucht, kann es auch klarer kommunizieren. Das verbessert die Zusammenarbeit enorm.

Wir haben dafür ein Arbeitsblatt entwickelt, das wir hier zur Verfügung stellen. Es kann direkt heruntergeladen und im Team oder alleine genutzt werden.

Und wer mehr dazu wissen will: Wir freuen uns, wenn Sie unser Buch lesen!

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